Isargau-Trachtenwartin Annamirl Raab hat Trachtlerinnen und Trachtler eingeladen, gemeinsam mit ihr an der Besichtigung der Weberei Höfer teilzunehmen. Am 6. Juni 2018 war es so weit. 22 Interessierte trafen sich am idyllisch gelegenen Firmensitz in Frieberting/Breitbrunn am Chiemsee, bei der „kleinsten Weberei“, wie sie gerne bezeichnet wird. Im Firmenhof des Traditionsunternehmens für Dirndl- und Trachtenstoffe begrüßte der Juniorchef des Unternehmens, Jakob Höfer, die angereisten Teilnehmer. Neben der Firmengeschichte des Familienunternehmens, das von seinem Großvater gegründet wurde und inzwischen in dritter Generation produziert, erklärte er die verschiedenen Web- und Stoffarten und den Produktionsvorgang. Nach dem Krieg begann der Firmengründer auf zwei Handwebstühlen mit der Stoffproduktion. Aktuell werden auf vier computergesteuerten Jacquardwebmaschinen die Qualitätsstoffe aus feinster Merinowolle oder Woll-Leinenmischungen in historischen oder selbst entwickelten Designs in verschiedensten Farben produziert. Es wird großen Wert darauf gelegt, dass die Rohwolle regional innerhalb Bayerns weiterverarbeitet und gefärbt wird. Die Stoffproduktion in Deutschland ist fast ausgestorben. An einem kleinen Webstuhlmodell erklärte Jakob Höfer die Funktionsweise eines Webstuhls. Beim anschließenden Rundgang durch die Weberei konnten wir erleben, wie aus den feinen Fäden die gemusterten Qualitätsstoffe entstehen. Neben Stoffgeschäften und Schneidereien werden auch namhafte Dirndl- und Trachtenmarkenhersteller beliefert. Ab einer Abnahmemenge von 10 Metern können sich Vereine Stoffe im eigenen Design und Farbwünschen anfertigen lassen. Nach kurzer Fahrt zum Lagerverkauf der Firma in Prien am Chiemsee konnten wir die große eigenproduzierte Stoffauswahl und zugekauften Baumwollstoffe und Seide nicht nur bewundern, sondern uns von den freundlichen und kompetenten Verkäuferinnen auch beraten lassen. Verschiedenste Stoffe und Zubehör wanderten über den Ladentisch in unsere Taschen und können bestimmt bald zu Dirndl, Mieder, Rock, Schürze oder Weste verarbeitet und bewundert werden. Es war ein sehr informativer und gelungener Ausflug.
Annamirl Raab /Susanne Schneider