Lang scho is’s bekannt: 2019 is mal wieder a Gaufest im Isargau, heuer in Ismaning. Und so, wia sich’s g’hört, mit Trachtenschau. So a Trachtenschau is wichtig, denn so a Tracht muaß leben, derf net nur im Schrank oder im Museum hänga. Sie muaß getragen wer’n. Und de Tracht tragt ma net nur nach aussen hi, de tragt ma aa im Herzen. Tracht is a Lebensg’fui, so zwischen „Leben und leben lassen“, aber aa „Wer ko, der ko.“ Trachtenschau im Isargau is aber net des, wos de meisten Kaufhäuser gern ham: kaum bekleidete Deandl im Fantasieg’wand auf’m Laufsteg, mit am „i woas net was“ auf’m Kopf, meist nur für’d Wies’nzeit geeignet. So a Trachtenschau braucht bei jedem Trachtenträger a lange Vorbereitung. Scho Wochen davor gibt’s im Verein an Aufruaf, auf saubere, vollständige Tracht zu schaug’n. O’gstrichane Fingernägel bei de Deandl, bei de Buam lange Haar und no vui mehra Sachan san bei der Trachtenschau net gern g’segn. Do werd g’naht, no schnell a paar neue Strümpf g’strickt, weil vielleicht vorn scho a paar neugierige Zehen rausschaug’n. Krawatten g’häkelt, a neues Westerl kafft. Vielleicht aa a Jopp’n oder gar a neuer Huat mit am Adlerflaum oder am Gamsbart drauf. Am Tag davor dann werd scho ois herg’richt, de ganze Wohnung hängt voll frischbügeltem Weißzeug, Festtrachtröck und no mehra. B’sonders, wenn dei Familie aus mehra Frauen besteht. Wia’s am Gaufestsonntag früh um fünfe dann losgeht, beschreibt a langjährige Trachtlerin a so: „Mei Du ois Mo hast as ja sooo schee, springst in dei Lederhosen und guad iss“. Ja, da Mo hod’s schee: da Wecker scheppert, doch de Damen stenga net auf. Viertel nach fünfe, alle raus aus’m Bett, denn pünktlich um 08:00 Uhr geht am Festplatz in Ismaning de Trachtenschau o. Da Mo ziagt sich sei Freizeitklüfterl o, denn ois Mo is er mit’m o’ziag’n no lang net dro. 1. Station: o’steh vorm…, na Du woass’t scho, wo. De Damen genga dann weida ins Bad. Da Schopf von jeder der Damen muass g’macht werd’n. A jede braucht bestimmt 3 Versuche und vui Haarspray, na klappt’s scho. Weil’s da Mo so schee hat, geht er zwischenzeitlich mit’m Hund zum bisl’n. Des dauert, denn der hot längst g’spannt, wos do lafft und dass er heut wieder lang alloa bleiben muass. Dann Frühstückstisch herrichten, Kaffee kocha, Nelken für den weiblichen Balkon zuaschneid’n. De Nadeln vom Asparagus (Grünzeug) abbrecha, denn wenn’s im weiblichen Vorbau so sticht, passt das den Damen nicht. Hastiges Frühstück mit de Damen im Weißzeug. Da Mo derf dann an Tisch wieder abramma, dann is da Handwerkerservice g’fragt. Am Miadahackl reicht’s, er fallt ab, muaß von dem Mo schnell mit Zangl und am festen Zwirn wieder o’gnaht wern. De Rockhackl warn früher vui weida vorn und miass’n in na Spontanaktion no weida nach vorn g’setzt wern. De G’schnürkett’n war aa scho amoi länger. Na guat, der Mo verlängerts hoit no schnell. Da neie Taler von Weihnachten muass natürlich aa no hi. Dann bei na jeden de Haarnadeln und den Haarpfeil nei. Herrschaft, genga de heut schwer! Ja, so a Mo hat’s wirklich schee! Dann folgt no amoi Station 1 von vorher, woasst jetz scho wo? Mittlerweile is’s scho fast siebene! De Damen nei in de Festtracht, ois zuabund’n , festg’steckt, Latzerl o, Schultertuach rum, Schürzen für die Abfahrt mit’m Auto fertig g’macht. Jessas, da Flaum am Huat fehlt aa no. D‘ Schuah ham ma gestern vergessen no zum putzen. Aber weil’s da Mo so schee hat, erledigt er des no im Handumdrahn. San’s dann endlich fertig, de Damen, hoassts: „Ja geh weida, oida Tritschler, bist no net fertig?“ Da Mo, der’s so schee hat, schwingt’s Zahnbürscht’l, Rasierer kurz in’d Hand g’numma. Ach so, ja, sei Tracht sollt er ja aa no oziag’n, denn für’d Jogginghos’n gibt’s bei der Trachtenschau g’wiss koane Punkte. Jessas na, beinah hätt er doch jetz de Jopp’n vergessen. Eini ins Auto, und los geht’s. Ja, so a Mo in da Trachtlerfamilie hot’s wirklich schee! Wos moant’s Ihr? Am 23.06.2019 um 08.00 Uhr in der Friah in Ismaning is wieder soweit. Ned vergessen und gwiß higeh.

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