Diese Art der Volksreime galten zu früheren Zeiten als kurz- oder mittelfristige Wettervorhersagen aufgrund von Erfahrungswerten. Oft wurden feststehende Tage im Kalender für die Deutung des Wetters benutzt. Die sogenannten Lostage.

Aufgrund der überregionalen Verschiebung und der Vermischung der Regeln aus den verschiedensten Regionen sorgte dafür, dass diese Vorhersagen immer unbestimmter wurden.

Mit der Zeit entwickelten sich auch einige Bauernregeln, welche nichts mit Wettervorhersagen zu tun haben. Das können Lebensweisheiten sein oder auch einfach nur zur allgemeinen Erheiterung dienen.

Einige solcher Bauernregeln finden Sie hier aufgelistet:

  • Januar
  • Markarius das Wetter prophezeit für die ganze Erntezeit.
  • Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß.
  • Eis und Schnee im Januar, künden ein gesegnet‘ Jahr.
  • Im Januar viel Regen und wenig Schnee, tut Saaten, Wiesen und Bäumen weh.
  • Der Januar muß krachen, soll der Frühling lachen.
  • Ist der Januar kalt und weiß, kommt der Frühling ohne Eis.
  • Läßt der Januar Wasser fallen, lässt der Lenz es gefrieren.
  • Große Kälte am Antoni-Tag nicht sehr lange halten mag.
  • War bis zu Dreikönig kein rechter Winter, dann kommt auch keiner mehr dahinter.

 

  • Februar
  • Wenn’s zu Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.
  • Hat der Valentin Regenwasser, wird der Frühling noch viel nasser.
  • Sonnt sich die Katz im Februar, muß sie im März zum Ofen gar.
  • Ist der Februar trocken und kalt, wirst im August vor Hitz zerspringen bald.
  • Mücken, die im Februar summen, gar oft auf lange Zeit verstummen.
  • Wenn der Nordwind im Februar nicht will, so kommt er sicher im April.
  • Sankt Blas und Urban ohne Regen folgt ein guter Erntesegen.
  • An Agathe Sonnenschein bringt viel Korn und Wein.
  • Ist der Hornung(Februar) mäßig kalt, keine gute Ernte fallt.

 

  • März
  • Regnet’s stark zu Albinus, macht’s dem Bauern viel Verdruss.
  • Wenn es Kunigunde friert, man’s noch vierzig Tage spürt.
  • Ein feuchter März ist des Bauern Schmerz.
  • Regen, den die vierzig Märtyrer senden, wird erst in vierzig Tagen enden.
  • Wenn im März viel Winde weh’n, wird’s im Mai dann warm und schön.
  • Auf Märzenregen folgt kein Segen.
  • Fürchte nicht den Schnee im März, darunter wohnt ein warmes Herz
  • Mariä Verkündung hell und klar, ist ein Segen fürs ganze Jahr.
  • Ist zu Rupert der Himmel rein, wird er’s auch im Juli sein.

 

  • April
  • Der heilige Ambrosius schneit oft dem Bauern auf den Fuß.
  • Ist Sankt Vinzenz Sonnenschein, bringt es viele Körner ein.
  • Gehst du im April bei Sonne aus, lass nie den Regenschirm zu Haus.
  • Bläst im April der Nord, so dauert gutes Wetter fort.
  • Gewitter am Sankt Georgstag, ein kühles Jahr bedeuten mag.
  • Gibt’s an Markus Sonnenschein, so bekommt man guten Wein.
  • Hat Sankt Peter das Wetter schön, kannst du Kohl und Erbsen sä’n.
  • Wenn der April Spektakel macht, gibt’s Heu und Korn in voller Pracht.
  • Heller Mondschein in der Aprilnacht schadet leicht der Blütenpracht.

 

  • Mai
  • Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi.
    Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie.
  • Ein Bienenschwarm im Mai ist wert ein Fuder Heu.
  • Heiliger Nepomuk, treib‘ uns die Wassergüss‘ zuruck.
  • Auf Philippi und Jacob Regen folgt ein großer Erntesegen.
  • Florian und Gordian richten oft noch Schaden an.
  • Mairegen, mild und warm, tut den Früchten keinen Harm.
  • St. Urban gibt der Kält‘ den Rest, wenn Servatius noch was übrig lässt.
  • Die erste Liebe und der Mai, gehen selten ohne Frost vorbei.
  • Mairegen bringt Segen, da wächst jedes Kind, da wachsen die Blätter und Blumen geschwind.

 

  • Juni
  • Wenn kalt und naß der Juni war, verdirbt er meist das ganze Jahr.
  • Soll gedeihen Korn und Wein, muß im Juni Regen sein.
  • Menschensinn und Juniwind ändern sich oft sehr geschwind.
  • Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
  • Wenn St. Barnabas bringt Regen, dann gibt’s reichen Traubensegen.
  • An St. Medardus wird ausgemacht, ob 40 Tage die Sonne lacht.
  • Gibt’s im Juni Donnerwetter, wird g’wiss das Getreide fetter.
  • Ist der Juni warm und nass, gibt’s viel Korn und noch mehr Gras.
  • Hat Sankt Veit starken Regen, bringt er unermesslichen Segen.

 

  • Juli
  • Was der Juli nicht siedet, kann der August nicht braten.
  • Geht Maria übers Gebirge nass, bleiben leer Scheune und Fass.
  • Regen am Sankt Ulrichstag, macht die Birnen stichig, mad.
  • Wenn im Jul‘ das Vieh nicht schwitzt, es im August oft donnert und blitzt.
  • Wie die sieben Brüder das Wetter gestalten, so soll es noch sieben Wochen halten.
  • Im Juli will der Bauer lieber schwitzen, als untätig hinterm Ofen sitzen.
  • An Margareten Regen bringt Heu und Nüssen keinen Segen.
  • Wenn die Schwalben Ende Juli schon ziehen, sie vor baldiger Kälte fliehen.
  • Was der Juli verbricht, rettet der September nicht.

 

  • August
  • Der August muß Hitze haben, sonst Obstbaumsegen wird begraben.
  • Stellt im August sich Regen ein, so regnet’s Honig und guten Wein
  • Augustregen wirkt wie Gift, wenn er die reifenden Trauben trifft.
  • Hundstage hell und klar deuten auf ein gutes Jahr, werden Regen sie bereiten, kommen nicht die besten Zeiten.
  • Ist’s von Petri bis Lorenz heiß, bleibt der Winter lange weiß.
  • Wenn’s im August aus Norden weht, beständiges Wetter vor dir steht.
  • Wie das Wetter am Maria Himmelfahrtstag, so der ganze Herbst sein mag.
  • Wenn Sankt Rochus trübe schaut, kommen die Raupen in das Kraut.
  • Bringt der August viel Gewitter, wird der Winter kalt und bitter.

 

  • September
  • Ist Ägidi ein heller Tag, ich dir einen schönen Herbst ansag‘.
  • Im September schwitzen – im Dezember sitzen.
  • Wie sich das Wetter an Mariä Geburt verhält, so ist’s noch weitere vier Wochen bestellt.
  • An Maria Namen sagt der Sommer Amen.
  • Ist’s hell am Kreuzerhöhungstag, so folgt ein strenger Winter nach.
  • Nach Septembergewittern, wird man im Winter vor Kälte zittern.
  • Bleiben die Schwalben lange, so sei vor dem Winter nicht bange.
  • Warmer und trockener Septembermond mit vielen Früchten reichlich belohnt.
  • Auf Lambert hell und klar, folgt ein trocken Jahr.

 

  • Oktober
  • Regen an Sankt Remigius bringt für den ganzen Monat Verdruss.
  • Oktober-Sonnenschein schüttet Zucker in den Wein.
  • Regnet’s an Sankt Dionys, wird der Winter nass – gewiss.
  • Ist Sankt Gallus nicht trocken, folgt ein Sommer mit nassen Socken.
  • Ist der Oktober kalt, so macht er für’s nächste Jahr dem Raupenfraß halt.
  • Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell‘.
  • Im Oktober der Nebel viel, bringt der Winter Flockenspiel.
  • Ursula bringt’s Kraut herein, sonst schneien Simon und Juda drein.
  • Sankt Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voller Segen.

 

  • November
  • Allerheiligen feucht, wird der Schnee nicht leicht.
  • Sankt Martin kommt nach alten Sitten gern auf dem Schlitten angeritten.
  • Wenn’s im November donnern tut, wird das nächste Jahr nicht gut.
  • Novemberwind scheut Schaf und Rind.
  • Sankt Elisabeth sagt es an, was der Winter für ein Mann.
  • Im November Mist fahren, soll das Feld vor Mäusen bewahren.
  • Wenn der November regnet und frostet, dies leicht die Saat des Leben kostet.
  • Wenn’s im November blitzt und kracht, im nächsten Jahr der Bauer lacht.
  • Hat der November einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart.

 

  • Dezember
  • Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.
  • Weihnacht im Schnee – Ostern im Klee.
  • Fließt im Dezember noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
  • Regnet’s an Sankt Nikolaus, wird der Winter streng und graus.
  • Ist Ambrosius schön und rein, wird Florian ein wilder sein.
  • Je dicker das Eis um Weihnacht liegt, je zeitiger der Bauer Frühling kriegt.
  • Scheint am Stephanstag die Sonne, so gerät der Flachs zur Wonne.
  • Ist der Dezember rauh und kalt, kommt der Frühling auch schon bald.
  • Im Dezember sollen Eisblumen blühn, Weihnachten sei nur auf dem Tische grün.

 

 

  • Weitere Bauernregeln
  • Der Papst und ein Bauer wissen mehr als ein Papst allein.
  • Heirate über den Mist, dann weißt du, wer sie ist.
  • Bergab schieben alle Teufel, bergauf hilft kein Heiliger.
  • Mancher hat das Evangelium im Mund und den Teufel im Herzen.
  • Nach oben schau, auf Gott vertrau, nach Wolken wird der Himmel blau.
  • Seit die Bauern sich nicht mehr an die 10 Gebote halten, hält Gott sich nicht mehr an die Wetterregeln.
  • Bauern können alle Plagen, aber keinen Durst vertragen.
  • Durch Saufen und Fressen wird viel Weisheit vergessen.
  • Ein Steckenpferd frißt mehr als zehn Ackergäule.
  • Eine Geliebte ist Milch, eine Braut Butter, eine Ehefrau Käse.
  • Hirsebrei mit brauner Butter ist das beste Bauernfutter
  • Hast du Korn und Wurst genug, ist das für den Herbst sehr klug.
  • Schlachtet der Bauer eine Henne, so ist die Henne krank oder der Bauer.
  • Is die Bäurin gstorben is nix verdorben. Wenns Ross Varreckt, da Bauer daschreckt.
  • Werden die Blätter früh welk und krumm, so sieh dich nach deinem Ofen um.
  • Wenn die Bäume zweimal blühen, wird der Winter sich lang hinziehen.
  • Wenn im Hof der Metzger parkt, kriegt das Schwein ’nen Herzinfarkt.
  • Liegt des Bauern Uhr im Mist, weiß er nicht, wie spät es ist.
  • Bauer werden ist nicht schwer, Bauer bleiben ist eine Ehr.
  • Auf den kleinsten Raum pflanze einen Baum und pflege sein, er trägt dir’s ein.
  • Die schönste Bauertracht ist: selbst gesponnen und selbst gemacht.
  • Man muß alles versuchen, hat’s Madl g’sagt und nachher was in der Wiege gehabt.
  • Wer einen Bauer betrügen will, muß einen Bauer mitbringen.