Kurzchronik des Isargaus

Kurz nach Beendigung des 1. Weltkrieges befassten sich einige Vereine im Raum München damit, einen eigenen Gauverband zu gründen. Bei einer Versammlung im „Franziskanerkeller“ im Sommer 1919 erwies sich dieses Vorhaben aber als nicht so einfach. Es ist uns nicht überliefert, an welchen Widerständen das ganze Projekt scheiterte, jedenfalls ging man ohne Ergebnis wieder auseinander. Allerdings hatte niemand mit der Hartnäckigkeit eines Adolf Schmid vom Trachtenverein „Almrausch-Edelweiß“ – Freising gerechnet, der Ende November 1919 eine weitere Versammlung nach Freising einberief. Bei dieser kamen die Vereine schon einen Schritt weiter und konnten als Gründungsversammlung den 2. Sonntag im Dezember 1919 festsetzen. Das Gründungslokal war der Lehrersaal des Kolosseums in München. Allerdings war es wiederum keine leichte Geburt, denn die Versammlung dauerte von 10 Uhr morgens bis in die späten Abendstunden. Zumindest einigte man sich auf den Namen Isargau und hatte eine funktionsfähige Vorstandschaft gewählt. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht noch zu erwähnen, welche Vereine sich an der Gründung beteiligten. Dies waren: „A1mrausch-Stamm“ München“, „Almrausch-Edelweiß“ Freising, „Kurzhösler“ München-Laim, „Almrösl“ Planegg, „schneidige Zugspitzler“ München, „Almrausch-Edelweiß“ München, „Griabige Tegernseer“ München, „Edelweiß“ Landshut, „Neu-Edelweiß“ Erding, „Partnachtaler-Stamm“ München und die „g’sund’n Höllntaler“ München. – Das erste Gaufest konnte bereits 1921 im Münchner Salvatorkeller, verbunden mit dem 10jährigen Gründungfest der „schneidigen Zugspitzler“ mit großem Erfolg und zahlreichem Besuch abgehalten werden. Im Laufe der Jahre stießen immer mehr Vereine zum Isargau. Nicht nur aus dem Stadtgebiet von München, sondern auch weit außerhalb davon. Der Aufbau des Gaues ging stetig voran, bis dann im Jahre 1933 die nationalsozialistische Machtergreifung erfolgte. Zunächst wurden alle Vereine der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ unterstellt. Von dieser wurden etliche Zusammenschlüsse verlangt, was für die Vereine, die dies nicht wollten, das Aus bedeutete. Dann kam der 2. Weltkrieg. Besonders an der Front, wo viele unserer aktiven Kameraden ihr Leben lassen mussten, aber auch in der Heimat, wo durch die Bombenangriffe zahlreiche Menschenleben gefordert wurden, war es schwierig, das Vereinsleben fortzusetzen. Auch das Vereinsinventar, Fahnen und Trachten wurden ein Opfer dieses sinnlosen Krieges. Besonders nachhaltig wirkte sich dann 1945 bei der amerikanischen Militärregierung die erzwungene Mitgliedschaft unserer Vereine bei der NS-Organisation „Kraft durch Freude“ aus. Zunächst verboten 1945 die Amerikaner alle Vereinstätigkeiten. Egal, um welchen Verein es sich handelte. Erst am 18. August 1946 durfte der Isargau nach dem Krieg wieder aktiv werden. Diesmal mit der Genehmigung der Amerikanischen Militärregierung, nachdem der sogenannte 131er Fragebogen von dieser als unbedenklich genehmigt wurde.

Bei diesem Fragebogen wurden durch 131 Fragen die ganze politische Vergangenheit jedes Einzelnen und auch die der Vereine offen gelegt. Wir waren also entnazifiziert und konnten unsere Tätigkeiten wieder aufnehmen. Das erste Gaufest fand am 26. und 27. Juli 1947 in Lenggries statt. Nach dem Verlust von Hab und Gut durch die Fliegerangriffe war man bemüht, mit allen primitiven Möglichkeiten den Charakter unserer Trachten wieder herzustellen. Es ging sogar so weit, dass Wolldecken eingefärbt und zu Trachtenröcken genäht wurden. Seitdem verlief fast jedes Jahr mit einem großen Gaufest, bei der die Trachtenschau nicht fehlen durfte. Ohne diese fand aus Platz- und Zeitmangel im vorigen Jahr das 85. Gaufest im Zusammenhang mit der 850 Jahrfeier in München statt. Es war ein großartiger Erfolg, bei dem unsere Tracht, die Tänze und Lieder im Stadtzentrum zwei Tage lang gezeigt werden konnten.

Nun noch kurz einige Daten zum Isargau. Der Gau erstreckt sich vorwiegend über das Stadtgebiet von München. In der Region sind unsere Vereine in den Landkreisen Dachau, Ebersberg, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Landshut und Starnberg beheimatet. Außerdem haben wir noch einen weiter entfernten Verein in Burghausen, welcher schon seit Jahrzehnten dem Isargau angehört. Insgesamt verfügt der Isargau über 61 Vereine, 32 davon sind im Stadtgebiet ansässig. Die Mitgliederzahl beläuft sich auf ca. 7.000 Erwachsene und 1.000 Jugendliche. Weitere Informationen gibt es auch unter www.isargau.bayern.

Downloadmöglichkeit der Isargauchronik